Wann eine Rückschau gut tut

Wann eine Rückschau gut tut

Heute verrate ich dir etwas, das ich seit einigen Jahren immer am letzten Wochenende eines Monats mache. Warum ich das tue und wie auch du – natürlich nur, wenn du Lust dazu hast – von dieser Idee profitieren kannst.

Seit vielen Jahren führe ich nicht nur ein Zieletagebuch sondern mache auch eine Monatssummary. In dieser Summary lasse ich besondere Momente, Highlights aber auch Learnings des vergangenen Monats Revue passieren. Dabei achte ich darauf, was tat mir gut, womit habe ich mich beschäftigt und warum. Wobei habe ich mich treiben lassen und bin auch einmal abgeschweift. Was hat mich berührt, was hat mich herausgefordert, wovon will ich mehr, wovon weniger?

Dann nehme ich mir für den kommenden Monat ein paar wesentliche Dinge vor und wähle ein Motto des Monats, das mich ein Stück leitet.

Heute möchte ich dich damit inspirieren und dich dazu einladen, dasselbe für dich zu tun und dir bewusst diesen Moment der Rückschau zu gönnen.

Warum?

Weil du so erkennst, wo du selbst steht. Du sieht was dir wichtig ist, erkennst Chancen, ankerst positive Gefühle, drückst aber auch das, was dich immer wieder zurück hält nicht weg. Du bringst all das, was dir im Kopf herum schwirrt zu Papier und erkennst, worauf es dir in deinem Leben wirklich ankommt. Potenziale werden sichtbar. Nämlich auch jene, wo es um Tiefe und nicht um die Zerreißprobe nach dem Höher-Schneller-Weiter-Wahn geht. Wir haben es heute verlernt, den Dingen Tiefe zu geben, weil wir zu schnell durchs Leben eilen.

Die Monatssummary hat also weniger mit einer Zieleüberprüfung zu tun (denn mit deinen Zielen bringst du dich ohnedies täglich in Schwingung, oder?) sondern viel mehr, mit einem ganz bewussten Blick darauf, was dich wirklich inspiriert hat. Durch die bewusste Rückschau kannst du immer wieder den einen oder anderen wesentlichen Puzzlestein erkennen, der dich in Bezug auf ein Ziel ein ordentliches Stück weiterbringen kann. Ein sehr ressourcenaktivierender Prozeß also, der noch dazu Spaß macht. Außerdem ein starkes Signal an all jene da draußen die mit Aufschieberitis zu kämpfen haben (oder damit hadern…): Wenn du dir ganz bewusst ansiehst, womit du dich beschäftigst, wenn du „abgelenkt“ bist, kannst du erkennen, womit du dich beschäftigen solltest, was dir guttut und welchen Dingen, Themenbereichen du durchaus mehr Raum geben darfst…

„Verstehen kann man das Leben nur rückwärts, leben muss man es vorwärts.“

Søren Kierkegaard

 

1. Das habe ich mich getraut:

Und zwar erst letzten Samstag und es war DAS Highlight in diesem Monat: Ich war mit meinem kleinen Sohn im Windobona Flugtunnel  und bin „geflogen“. Ein richtig cooles Erlebnis und ein Riesenspaß. Dabei ist mir wieder in den Sinn gekommen, dass ich schon als kleines Mädchen Fallschirmspringen wollte. Nun, mal sehen, ob ich nicht schon bald aus 4.000 Metern Höhe springe… aber vielleicht geht es auch darum, das eine oder andere Interesse wieder aufleben zu lassen... verrückt sein, alte Leidenschaften ausgraben, oder auch nur: sich treiben lassen… vogelfrei und schwerelos. Tut manchmal gut…

 

2. Das habe ich gelernt:

Ich bilde mich laufend weiter und lasse mich gerne auf neue Methoden ein. Diesmal war Improvisationstechnik dran. Bei einem Workshop der besonderen Art von Kabarettistin und Coachkollegin Susanne Pöchacker  durfte ich mich kreativ ausleben und habe jede Menge coole Methoden kennengelernt unter anderem die LIFEPASS Methode aus dem Improtheater. Ich empfehle dir den Workshop The Quest, wenn du dich kreativ neu entdecken willst, oder falls du Coach oder Trainer bist, Improtechniken in den Prozeß einbinden möchtest. Auch für Führungskräfte kann es oft hilfreich sein die eine oder andere Improtechnik drauf zu haben wenn es im Projekt stockt und man im Team frischen Wind braucht.

 

3. Diesen Gedanken nehme ich mit:

In diesem Monat hatte ich die große Freude, den Philosophen Richard David Precht bei einer Talkrunde der Agentur Leuchtpunkte live zu erleben und persönlich kennenzulernen.

Einen ganz besonderen Gedanken, über den wir durchaus immer wieder reflektieren dürfen, nehme ich mir von dem Gespräch mit, nämlich: „wie wir Gutes besser machen können“ und den ständigen Bewertungen, Kategorisierungen, Einteilungen in schwarz/weiß, schön/schirch, gut/böse etc…nicht länger Zündstoff zu geben…

Das hat gar nichts mit „Gutmenschentum“ oder blinder Toleranz zu tun, sondern mit einer Fokusverschiebung.

Es ist eine Einladung dazu, den Fokus wieder mehr darauf zu legen, wie wir im täglichen Leben, dieses Gute fördern und jeder Mensch – wenn auch nur im Kleinen, in seinem bescheidenen Umfeld – seinen individuellen Beitrag leisten möge, für das was vielleicht auch dem Allgemeinwohl dient. Das „Tier“ Mensch ist zu weitaus intelligenteren Leistungen fähig, als er sich selbst manchmal zutraut… Dazu braucht es MUT – aber dieser entwickelt sich immer erst im TUN…

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – sagte schon der wunderbare Erich Kästner – ich finde, es hat heute mehr denn je seine Gültigkeit.

 

4. Mein Lieblingslied in diesem Monat:

„Irgendwas“ von Yvonne Catterfeld

Bei mir geht es in den letzten Tagen und Wochen intensiv um den Prozeß der Tiefe. Ich war in jungen Jahren eine wahre Zielecheckerin – bin ich auch heute noch, aber anders. Was ich mir in den Kopf gesetzt habe, habe ich erreicht. Einmal bin ich dabei auch wirklich schmerzlich auf die Nase gefallen. Heuer werde ich 43 und mache mir hie und da Gedanken darüber, was auch ich noch aus tiefstem Herzen möchte. Da hab ich intensives Kopfkino und viele Schmetterlinge im Bauch…

 

5. Dieses Zitat habe ich wieder einmal sehr bewusst gelesen:

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“

Wie oft machen wir uns „einen Kopf“, hadern mit äußeren Umständen. Zugegeben nicht immer fällt es leicht, Umstände die nunmal durchaus schwierig sein können, außen vor zu lassen und uns in eine aktive, gestalterische Haltung zu begeben. Doch Veränderung passiert zunächst oft in unseren Gedanken. Wenn wir Dinge für möglich halten, sind sie das auch oftmals. Wer sich mehr auf Lösungen konzentriert, dem werden diese auch tatsächlich offenbart. Dann wachsen einem sogar im übertragenen Sinne Flügel…

 

6. Da hab ich mich ehrlich mitgefreut

Mit einer Klientin, die ich ein halbes Jahr begleiten durfte. Als sie im November letzten Jahres zu mir in die Praxis kommt, war sie ziemlich verzweifelt. Wollte ihren Job hinschmeißen, doch wusste nicht genau, wohin die Reise gehen sollte. Das Besondere war: ihr machte der Job eigentlich Spaß, aber die Luft war draußen. Sie hatte sich zudem fast ausschließlich über den Job definiert doch innerhalb des Unternehmens kam es in den letzten Monaten zu Umstrukturierungen. Sie war verunsichert und sah die Lösung in der Flucht. Innerhalb weniger Termine hat diese Frau derart an Selbstbewusstsein zugelegt und für sich herausgearbeitet was sie wirklich will. Auch abseits des Jobs wieder mehr für sich getan und endlich mit ihrem Vorgesetzten Themen angesprochen, die ihr wichtig waren und zwar sachlich ohne wie sonst aus der Rolle zu fallen und zu emotional zu werden. Vor 2 Wochen rief sie mich voller Begeisterung an: „Stellen Sie sich vor: ich bekomme eine neue Aufgabe innerhalb des Unternehmens. Ich bin so glücklich.“

Meine Klientinnen und Klienten verblüffen mich immer wieder, weil sie über ihren eigenen Schatten springen und sich entwickeln ohne sich zu verbiegen. Und einmal mehr weiß ich, warum ich tue was ich tue: weil es für mich die schönste und erfüllendste Aufgabe ist, Menschen in ihrer Entwicklung begleiten zu dürfen.

 

7. Das hat mich begeistert:

Dem blinden Extremsportler Andy Holzer ist am 21. Mai der Gipfelsturm auf den Mount Everest gelungen. Menschen die trotz widriger Umstände oder eines Handicaps nicht müde werden, ihre Träume und Ziele zu verfolgen finde ich richtig stark.

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8. Das habe ich gelesen:

Ich lese rund 3-4 Bücher pro Monat. Im Mai habe ich diese 3 Bücher gelesen, wobei ich Letzteres noch lese, es ist ein richtig dicker Schmöker und werde ich wohl noch öfters zur Hand nehmen:

1 . Design Thinking Playbook, von Michael Lewrick, Patrick Link und Larry Leifer

Seit mehreren Monaten beschäftige ich mich mit Design Thinking. Ich bin draufgekommen, dass ich seit vielen Jahren nach den Prinzipien dieser Methode – oder vielmehr ist es ein Mindset – arbeite und nicht nur meine Coachingkompetenz sondern auch mein Background als „Marketier“ passen wunderbar damit zusammen. Momentan sauge ich alles auf, was es zu dem Thema gibt und werde auch mein Dienstleistungsportfolio für Unternehmen dahingehend erweitern. Für einen Consultingkunden entwickle ich gemeinsam mit einem Team ein Innovation Lab. Ein richtig cooles Projekt. Design Thinking kann auch für dich inspirierend sein, wenn du dich mit Innovation und Produktentwicklung beschäftigst und wissen möchtest wie „das Neue in die Welt“ kommt…

  1. Füttere den weissen Wolf, von Ronald Schweppe und Aljoscha Long

Ich liebe Geschichten und ganz besonders jene, in denen Weisheiten verpackt sind. Das Büchlein ist eine wahre Fundgrube an inspirierenden Geschichten und obendrein eine tolle Geschenksidee.

  1. Tools der Titanen von Tim Ferriss

In diesem Buch gibt es eine Fülle an richtig coolen Tipps und Lebensweisheiten von herausragenden Persönlichkeiten.

 

9. Das macht mich wütend und zugleich spornt es mich an

Die politische Diskussion in den sozialen Netzwerken und in den Medien, aber auch das Hickhack innerhalb der Parteien. Ich habe mir überlegt, was ich tun kann. Schon letztes Jahr habe ich darüber nachgedacht, mich wieder politisch zu engagieren, es jedoch wieder verworfen, weil ich bereits mit 23 Jahren politisch aktiv war, jedoch von der Partei und ihren Machtmachenschaften schwer enttäuscht wurde. Damals war ich beseelt davon, unser Land mitzugestalten, hatte viele Ideen doch mit Ideen allein schaffst du es politisch zu nichts. Du musst das Spiel spielen. Damals hatte ich nicht die Nerven, mich innerhalb starrer Strukturen als junge Frau mit einem kleinen Sohn durchzuboxen. Vielleicht geht es aber genau darum, innerhalb bestimmter Grenzen oder eines vorherrschenden Systems für Change zu sorgen ohne sich gleich blind aufzulehnen. Grenzen müssen nicht unbedingt gesprengt werden, sondern mit Phantasie, Mut, Engagement und Herzblut ist es möglich, Veränderungen zu initiieren. Dabei treibt mich die Frage an, wie wir als Gesellschaft leben wollen und wie der Dialog zwischen Politikern und Bevölkerung in der Zukunft aussehen könnte…

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10. Das tat mir gut

Eine Thai Massage bei meiner lieben Schwägerin. Sie hat Zauberhände – nach jedem Besuch habe ich rosa Bäckchen und fühle mich fast wie neugeboren. 😉

 

11. Das hat mich berührt

Die kleine Tochter meiner Nachbarin. Sie ist dreieinhalb Jahre alt und ein kleiner Wirbelwind. Unlängst läuft sie auf mich zu und umarmt mich: „Haaaalllloooooo“, flötet sie und lacht über das ganze Gesicht. Da wurde mir wieder sehr bewusst, worauf es wirklich ankommt im Leben.

 

12. Das war ein besonderer Moment

Im Rahmen einer privaten Veranstaltung durfte ich Gregor Schlierenzauer  kennenlernen. Wir haben uns unter anderem darüber unterhalten, wie er selbst mit Niederlagen umgeht. Er sagte etwas sehr Interessantes: Es gibt kein Scheitern, was wir sammeln, sind Erfahrungen. Ich mag diese Sichtweise sehr. Unser Leben pulsiert immer zwischen den Polen. Mal sind wir oben, mal unten. Aus Krisen lernen wir immer mehr über uns selbst, als wir lernen würden, ginge es stetig nur bergauf. Bestünde unsere Lebenslinie aus einer reinen 100% Geraden, wir würden wohl ein fades Dasein fristen. Wieder bin ich beim Mut angelangt. Wieder einmal, darf auch ich wohlwollend auf die größten Herausforderungen meines bisherigen Lebens blicken. Immer wieder habe ich Mut und Durchhaltevermögen bewiesen, trotz widriger Umstände lege ich immer wieder den Fokus auf die Lösung. Das gibt mir gleichzeitig Turbo für die nächsten Wochen, denn ich hab noch so einiges vor, in diesem Jahr. Was ich brauchen werde, sind Mut und Durchhaltevermögen. Mut Neues zu wagen, vielleicht auch etwas ganz anderes auszuprobieren. In meiner Kraft stehen…

Aber alles verrate ich natürlich nicht… 😉

 

13. Mein Motto für Juni:

Be the change you want to see in the world.

Mahatma Gandhi

 

Und nun zu dir:

==> Wie sieht es mit deinen besonderen Momenten in diesem Monat aus?

  • Was hat dich begeistert, wobei warst du mutig oder bist über deinen Schatten gesprungen?
  • Was hast du gelernt, wer hat dich inspiriert?
  • Was tat dir gut und was hat dich auf die Palme gebracht?
  • Wo siehst du Chancenpotenziale?
  • Woran hast du dich wieder erinnert und was rückst du im Juni ganz besonders in den Fokus?
  • Was lässt du los?

In welcher Energie startest du nicht nur in die neue Woche sondern auch in den neuen Monat?

Lass dich wie immer von dir selbst inspirieren und denke doch in dieser Woche bewusst daran, dass du selbst die Veränderung sein kannst, die du dir herbeisehnst.

ALLES LIEBE

DORIS

 

PS:  Hast du Lust auf Inspiration und Motivation für deine Vorhaben, Pläne und Ziele? Vielleicht ist der RE:THINK Strategietag etwas für dich?

Hast du ein konkretes Anliegen und möchtest in deinem Leben etwas verändern, endlich ins Tun kommen, dich vor allem auch mental weiterentwickeln? Ich begleite dich persönlich und individuell und biete dir vorab ein kostenloses, persönliches Erstgespräch in meiner Praxis an! Mit Herz, Hirn und Humor bin ich dein Coach, wenn du wirklich nachhaltig etwas in deinem Leben verändern willst – ohne Tschakka!

Lerne mich kennen, mach dir dein eigenes Bild von mir und wir finden gemeinsam heraus, wie ich dich bei deinem Anliegen unterstützen kann. Ich freue mich auf dich und bin richtig-richtig gern für dich da. 

PPS: Du möchtest immer up2date sein und laufend über Neuigkeiten informiert werden, dann freue ich mich, wenn du dich hier in meinem Newsletter einträgst. Als Dankeschön bekommst du mein E-Booklet ABC der Potenzialentfaltung zum Gratis-Download.

ÜBER DIE AUTORIN

Doris Bernhard zählt zu Österreichs Top Coaches und Beraterinnen mit dem besonderen Rundumblick. Als Unternehmensberaterin, ganzheitlicher psychosozialer Coach, Organisationsaufstellerin, Kommunikations- und Mentaltrainerin beschäftigt sie sich seit fast zwanzig Jahren mit Potenzialentfaltung. Zunächst im wirtschaftlichen Kontext, seit 10 Jahren mit besonderem Fokus auf den Menschen. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit als Coach liegt im Aufspüren der ureigensten Fähigkeiten und Potenziale eines Menschen. Sie macht Mut und gibt wertvolle Impulse für ein erfülltes, erfolgreiches und zufriedenes Leben und plädiert dafür, dass es nie zu spät ist, sich selbst als aktiver Gestalter seines Lebens zu sehen, um seiner Berufung zu folgen und seiner Passion in allen Lebensbereichen Ausdruck zu verleihen.

Inspiriert durch ihre eigene Geschichte hat sie das Coachingtool POTENZIALRADAR entwickelt. Eine ganzheitliche Coachingmethode, die ermöglicht Potenziale in sich und im Außen zu erkennen und zu entfalten um schließlich seiner wahren Berufung zu folgen. Im Mai 2016 ist ihr erstes Buch erschienen. Aus dem POTENZIALRADAR  ist durch die Arbeit mit Paaren das LOVEoskop entstanden. Ein ganzheitliches Coachingtool für Paare, das Raum schafft, um sich als Individuum zu entfalten, Potenziale in der Liebesbeziehung sichtbar macht, um gemeinsam darauf aufbauend eine erfüllte und lebendige Liebesbeziehung zu kreieren.

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